Mozart-Freuden in Itzling

In der Pfarrkirche Itzling ist der Mozartchor Salzburg schon Stammgast. Trotz mancher Halleffekte bietet der Raum eine würdevolle Atmosphäre für ein schönes Programm mit Salzburger Mozart-Heiligtümern. So geschah es wieder am Sonntag, 24. September am Abend.

Von Gottfried Franz Kasparek

Der Chorleiter und Berchtesgadener Stiftskapellmeister Stefan Mohr hat gleich drei Chöre in seine Obhut genommen. Neben dem hoch ambitionierten Mozartchor auch den dazu sehr gut passenden St. Andreas-Chor Berchtesgaden, eine Singgemeinschaft mit großer Tradition, und famose Gäste aus Japan, den jungen Chorus Lux Spei aus Osaka, einstudiert von Takashi Nakamura. Letzterer hatte in Berchtesgaden am Samstag auch dirigiert. Dazu kamen das klangschön aufspielende „Da Ponte Consort Salzburg“ und eine Riege sehr guter Solostimmen.

Gleich vorweg: Stefan Mohr und wohl auch sein japanischer Kollege halten nichts von jener Tempobolzerei, welche das Requiem W. A. Mozarts in letzter Zeit bei mitunter prominenten Besetzungen zu einer ziemlich dramatisch aufgeplusterten Angelegenheit hat werden lassen. Zwar gerät auch ihm das Dies irae zu einer Apokalypse im hurtigen Klangrausch, aber seine sorgfältige Interpretation zeichnet sich insgesamt durch kluge Tempo-Dramaturgie aus. Der Meditation wird Raum und Zeit gelassen, ohne zu schleppen. Mozarts Schwanengesang ist ja weder eine düstere Trauermusik noch eine Ansammlung von Geschwindmärschen, sondern eine gelassene, oft nahezu fröhliche Studie über die letzten Dinge. Die kompaniestarke Fusion der drei Chöre funktionierte eindrucksvoll, zwar mitunter hart an den Grenzen der akustischen Möglichkeiten in der Kirche, aber sauber in der Intonation und machtvoll in der Masse.

Das „Exsultate Jubilate“, das vorher erklang, hat man schon akzentuierter gehört, doch auch dies war eine in sich stimmige, kammermusikalisch transparente Lesart. Die Sopranistin Yachiko Nomura bot eine sehr ansprechende Leistung mit warm timbriertem Sopran, feinen Koloraturen und klarer Höhe. Zu ihr kamen im Requiem die balsamisch singende Altistin Martina Gmeinder, der helle Tenor Tomo Matsubara und der sonore Bass Alexander Voronov. Dieses west-östliche Ensemble wirkte homogener als so manche Zusammenstellung von vier Gesangsstars. Fazit: Itzling ist immer eine kirchenmusikalische Reise wert.

Aufführung des Requiems von W.A. Mozart in der Kirche St.Antonius/Salzburg Itzling, 24.9.2017, Foto: Privat

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