Lob der Schöpfung

Konzertbesprechung „Barocker Glanz“ am 24.2.2019

von Gottfried Franz Kasparek

Wieder im stimmungsvollen Rahmen der Pfarrkirche St. Antonius in Itzling fand am 24. Februar ein Konzert zweier Chöre „von herent und drent“ statt, des Mozartchors Salzburg und des Kammerchors Berchtesgaden. Stefan Mohr, Leiter des Salzburger Chors und Stiftskapellmeister in Berchtesgaden, hat auch diesmal ganze Arbeit geleistet und den Abend inspirierend und souverän geleitet. Die beiden Chöre verschmolzen in der Tat zur Einheit und entsprachen bestens dem Konzertmotto „Barocker Glanz“, mit sauberer Intonation und atmosphärischem Klang. Daran maßgeblich beteiligt war auch Elke Michel-Blagrave, Leiterin der Kirchenmusik an der evangelischen Christuskirche in der bayrischen Gemeinde. Also nicht nur ein bayrisch-österreichisches, sondern auch ein ökumenisches Treffen in schönster Partnerschaft.

Mohr animierte nicht nur die Chöre, sondern auch das auf historischen Instrumenten spielende „Da Ponte Consort Salzburg“ zu fein austariertem, innigem und stilbewusstem Musizieren. Schon in Johann Sebastian Bachs rekonstruierter Kantate BWV 190 „Singet dem Herrn ein neues Lied“ entstand weihevolle Atmosphäre, mit ansprechenden Leistungen des Countertenors Christopher Zehrer, des Tenors Xiaoke Hu und des Bassisten Aron Axel Cortes. Danach gab es Bachs Solokantate „Jauchzet Gott in alles Landen“ BWV 51, in der neben dem kleinen, feinen Orchester die junge polnische Sopranistin Justyna Ilnicka mit silberheller, gut geführter Stimme und einer wahren Überfülle an virtuosen Verzierungen brillierte.

Das „Dettinger Te Deum“ des Georg Friedrich Händel feierte anno 1743 eine gewonnene Schlacht der „österreichisch-kurhannoveranisch-britischen“ Truppen gegen Frankreich. Das war einer der Siege, mit denen die Habsburgerin Maria Theresia ihr Erbe sichern konnte. Man sollte nicht ganz vergessen, dass sich damals eine beherzte und in all ihrer zeitbedingten Ambivalenz hochbegabte Frau gegen eine teils sehr feindliche Männerwelt durchgesetzt hat. Schön, dass die Mitwirkenden das Stück dem hoffentlich weiter bestehenden Frieden in Europa widmeten. Natürlich sind solch militärische Festesfreuden heute mehr als fragwürdig – aber wie jede große Musik hat sich auch dieses Händel’sche Meisterwerk von Zeit und Raum gelöst. Und ist nun einfach ein faszinierend hymnisches Lob der Schöpfung. Genau dies brachten die famos singenden und spielenden Musikerinnen und Musiker zum Ausdruck und ernteten zu Recht großen Jubel.

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